Eine Woche Spanien
Neuntklässler erleben Alltag in Navarra
Eine andere Sprache, ein ungewohnter Schulalltag und neue Freundschaften: Für 28 Schülerinnen und Schüler des Schlossgymnasiums wurde der Austausch im nordspanischen Marcilla zu einer besonderen Erfahrung.
Marcilla hat nicht einmal 3000 Einwohner. Dennoch gibt es dort eine Sekundarschule mit fast 1000 Schülerinnen und Schülern aus der Stadt und den umliegenden Dörfern.
Der Kontakt zu den gleichaltrigen spanischen Jugendlichen war von Anfang an herzlich und unkompliziert. Trotz vieler gemeinsamer Interessen stellte die Sprache zunächst eine Herausforderung dar: Nach nur eineinhalb Jahren Spanischunterricht griffen die deutschen Schülerinnen und Schüler häufig auf Englisch zurück. Spätestens im Kontakt mit den Gastfamilien war jedoch Spanisch gefragt.
Besonders eindrücklich war für die Gruppe der andere Tagesrhythmus. Der Unterricht findet von 8.30 bis 14.30 Uhr statt, danach ist der Nachmittag frei. Insgesamt geht es im Unterricht vergleichsweise locker zu: Schülerinnen und Schüler duzen ihre Lehrkräfte und sprechen sie mit dem Vornamen an. Auch die langen Sommerferien von rund drei Monaten sorgten für Staunen.
Gewöhnungsbedürftig waren zudem die Essenszeiten. Nach Schulschluss wird gegen 15 Uhr zu Mittag gegessen. Anschließend folgt die Siesta, die in vielen Orten noch fest zum Alltag gehört – während dieser Zeit bleiben auch die Geschäfte geschlossen. Am frühen Abend trifft man sich in der Stadt oder in Cafés. Besonders am Wochenende sind die Plätze gut gefüllt. Das Abendessen findet häufig erst gegen 22 Uhr oder sogar 23 Uhr statt. Kulinarisch dominieren Fleisch und Fisch, doch auch für Vegetarier gab es Alternativen wie die spanische Tortilla, ein Omelett mit Kartoffeln, häufig als Sandwich.
In den Sommermonaten wird in vielen Orten zudem ausgelassen gefeiert und die deutschen Jugendlichen konnten miterleben, wie sich bei den sogenannten Fiestas selbst kleine Dörfer in lebendige Festplätze verwandeln.
Neben dem Alltag erlebten die Neuntklässler ein abwechslungsreiches Programm. Auf dem Plan standen unter anderem ein Rundgang durch Marcilla mit Besichtigung von Schloss und Rathaus sowie Ausflüge nach Pamplona, bekannt für die jährliche Stierhatz, an die Küste nach San Sebastián und zur Burg von Olite.
Ein oft genanntes Klischee schien sich zu bestätigen: Während des Aufenthalts zeigte sich Spanien meist von seiner sonnigen Seite
Im Juni steht der Gegenbesuch an, wenn die spanischen Austauschpartner nach Kirchheim kommen. Dann werden sie die deutsche – und schwäbische – Lebensweise kennenlernen. Was sie besonders überraschen dürfte, lässt sich schon jetzt erahnen: die vielen Fahrräder an der Schule und die vergleichsweise frühen Essenszeiten.



