Das Gespenst von Canterville
Ein kurzweiliger Abend, der alles zu bieten hatte, was eine gelungene Theateraufführung auszeichnet.
Jahrhundertelang konnte das berühmte Gespenst Sir Simon von Canterville Chase jegliche neuen Besitzer des Schlosses erfolgreich in den Nervenzusammenbruch treiben oder in die Flucht schlagen.
Doch als ein amerikanischer Botschafter trotz Warnungen das Schloss kauft und dort mitsamt seiner Familie einzieht, verzweifelt Sir Simon an den pragmatisch veranlagten und unerschrockenen neuen Besitzern, die sich von seinen Spukkünsten völlig unbeeindruckt zeigen und ihn sogar zum Narren halten. Einzig die jugendliche Tochter Virginia erkennt die innere Not des Gespenstes, das seine letzte Ruhe finden will, dafür aber der Unterstützung eines Menschen bedarf, der echtes Mitleid zeigt und ohne Schuld ist. Mit Virginias Hilfe gelingt es Sir Simon, sein Geisterleben friedlich zu beenden und seine Gebeine werden von der Familie beerdigt.
Die Unterstufen-Theater-AG unter der Leitung von Frau Theiss und Frau Arnold inszenierten das von Oscar Wilde mit einigen gesellschaftskritischen Tönen ausgestattete Stück lebendig und sehr unterhaltsam. Insbesondere die große Spielfreude aller Schauspieler*innen und deren beeindruckende Textsicherheit und Präsenz auf der Bühne trugen zu einem fulminanten und heiteren Theaterabend im Foyer des Schlossgymnasiums bei. Ausdrucksstark legten die Darstellerinnen des Gespenstes dessen Schadenfreude, seine Bösartigkeit aber auch Verzweiflung offen und wenn die erfinderischen und Schabernack treibenden Zwillinge über die Bühne flitzten, waren viele Lacher im zahlreich erschienenen Publikum zu vernehmen.
Eine der vielen Stärken der Inszenierung war die sehr überzeugende Besetzung der Rollencharaktere. Jede Rolle wurde mit spürbarer Begeisterung dafür ausgefüllt, egal ob in der Rahmenhandlung oder in der eigentlichen Geschichte rund um Sir Simon und die unbeeindruckbaren neuen Schlossbesitzer. Auch das Zusammenspiel innerhalb des Ensembles klappte hervorragend und trug dazu bei, dass der Spannungsbogen des Stückes bis zum Ende gehalten wurde.
Mit sorgsam ausgewählten Requisiten wurde eine stimmige Atmosphäre geschaffen. Die zu sehenden Kostüme waren teilweise von einer Mutter handgeschneidert worden und konnten – wie auch die Schminkkünste einer anderen Mutter und einer großen Schwester – die überzeugende schauspielerische Darstellung nochmals verstärken.
Beide Aufführungen endeten mit tosendem Beifall für die große schauspielerische Leistung des Ensembles und die verlässlich beeindruckende Arbeit der betreuenden Lehrerinnen.
Ein großes Dankeschön an die Technik- AG für ihre professionelle Begleitung des Abends und die Schüler*innen der Klasse 8, die schon in Teilen die Regieführung übernommen haben.
























